Steam Hardware – Brauche ich das wirklich?

Steam-Hardware war für mich bisher nie ein Thema, so viel schon mal vorweg. Als Valve 2015 begann, zusätzlich zum reinen digitalen Spieleverkauf den Schritt in die Hardwareproduktion zu machen, war mein Gedanke: „Cool, aber… brauch ich das wirklich?“. Und bis jetzt muss ich sagen, bin ich sehr gut ohne ausgekommen.

Allerdings besitzt Valve, wie allgemein bekannt, eine ganz besonders fiese Methode um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, über die wir uns auch noch freuen: Sales. Und zwar jede Menge davon. Ob zu Feiertagen oder einfach nur zu bestimmten Jahreszeiten: Regelmäßig verwandeln wir uns in gnadenlose Schnäppchenjäger, deren Warenkörbe unter der Last der vielen 5 oder 10 € Items beinahe zusammenbrechen.

Und so auch diesen Herbst: Kaum hatte sich die Steam-Oberfläche wieder in ihr herbstliches Schlussverkaufs-Design gewandt, stieß ich auf ein besonders interessantes Angebot. Der Steam-Link, Valves kleiner Kasten, mit dem man seine Spiele auf den Fernseher streamen kann, wurde tatsächlich für läppische 5,99 € verscherbelt. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, und weil ich gerade dabei war, habe ich mir gleich noch den passenden Steam-Controller dazu besorgt.

Der Versand dauerte erwartungsgemäß ziemlich lange: knapp zwei Wochen musste ich warten, bis die beiden in Plastik gehüllten Platinen den Weg zu meiner Wohnungstür gefunden hatten.

Steam Link: Praktisch für den Preis

Die Installation der Geräte war denkbar einfach: Steam-Link mit HDMI-Kabel an den Fernseher anschließen, Batterien in den Controller und per USB an den Steam-Link und los gehts. Der Steam-Link ist entweder über LAN oder WLAN verwendbar, da ich kein LAN-Kabel adäquater Länge zur Hand hatte habe ich das Ding erstmal über WLAN laufen lassen. Und das funktioniert erstaunlich gut: Sobald man sich auf dem Steam-Link mit dem WLAN verbunden hat, mit dem auch der PC, von dem gestreamt werden soll, verbunden ist, erscheint ein Code, den man nur noch am PC eingeben muss und dem Zocken steht nichts mehr im Weg. Und damit meine ich selbst mögliche Verzögerungen in der Übertragung:

In meinem Falle konnte ich völlig ohne Lags oder Verbindungsprobleme über WLAN spielen, was schon durchaus beeindruckend ist. Gut, kompetetive Online-Shooter oder andere Spiele, bei denen es primär um die Reaktionszeit geht, würde ich jetzt nicht unbedingt über den Steam-Link im WLAN zocken, aber für alles andere reicht es allemal.

Steam Controller: Fragwürdige Designentscheidung

Der Steam-Link hat mich auf jeden Fall überzeugt in dem, was er leistet, beim Steam-Controller sieht die Sache leider etwas anders aus: Ein absoluter Pluspunkt ist auf jeden Fall, dass der Controller auch drahtlos funktioniert (was tatsächlich einer der Hauptgründe war, warum ich ihn direkt mit bestellt habe, alle meine anderen Controller sind leider kabelgebunden), aber da hört es auch schon auf. Zum einen stört es mich gewaltig, dass das Ding mit Batterien läuft und keinen internen Akku hat, der sich per USB laden lässt. Zwar kann man den Steam-Controller mit handelsüblichen Akkus betreiben, das würde in meinem Fall aber bedeuten, dass ich mir nicht nur Akkus kaufen müsste, sondern auch gleich ein Akku-Ladegerät, was meiner Meinung nach deutlich zu viel Aufwand ist, nur um einen Controller zu betreiben (von ständigem Batterie-Nachkauf gar nicht zu sprechen).

Weiterhin muss ich sagen, dass der Controller ziemlich mies in der Hand liegt. An sich ist er größentechnisch perfekt ausgelegt für meine Riesenpranken, allerdings ist die Anordnung der Buttons sagen wir mal… ausbaufähig. Die Bedienung der x, y, a und b Knöpfe ist alles andere als intuitiv und man kommt ständig auf die viel zu überdimensionierten Trackpads.

Andererseits hat der Controller einen entscheidenen Vorteil gegenüber anderen: Er lässt sich in Kombination mit Steam quasi komplett individuell konfigurieren. Jeder noch so kleine Button lässt sich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen, was gerade bei Spielen, die eigentlich nicht für die Steuerung per Gamepad ausgelegt sind, sehr nützlich ist. Allerdings bin ich mir unsicher, ob ich jemals diese Option vollends ausschöpfen werde, denn ganz ehrlich: Ein Spiel, das nicht für Controller-Steuerung ausgelegt ist, spiele ich dann doch lieber am PC und nicht auf der Couch.

Insgesamt bin ich dann doch halbwegs zufrieden mit den beiden Geräten. Der Steamlink ist eine angenehm einfache Alternative zum HDMI-Kabelgewirr und der Steam-Controller punktet mit seinen Konfigurationsoptionen, kann aber durch die handelsüblichen Akkus und dem nicht idealen Handling nicht vollends überzeugen. Wären die beiden nicht so drastisch reduziert gewesen, hätte ich mir diese Steam-Hardware wohl nie zugelegt und gefehlt hätte mir wohl auch nichts.

 

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